Wer in England studieren möchte, muss auch noch einen weiteren Punkt beachten und das ist die Krankenversicherung. Bestimmt ist man zwar im Heimatland versichert, doch das bringt einem bei einem Studium im Ausland nicht unbedingt etwas. Wer also bei den Vorbereitungen des Studiums in England ist, sollte sich auch darüber informieren, was das so genannte National Health System oder der NHS ist.

Was ist der NHS?

Der NHS ist eine Organisation, welche den Großteil der Gesundheitsversorgung in England bereitstellt. Der NHS wurde 1948 ins Leben gerufen und ist ein Gesundheitssystem, welches im Großen und Ganzen kostenlose medizinische Behandlung für englische Bürger bietet. Zahlungen werden bei Augenbehandlungen, zahnmedizinischen Behandlungen und bei einigen Teilen der persönlichen Behandlungen verlangt. Erstversorgung, hausärztliche Behandlung, Langzeitbehandlungen, einige augenärztliche Untersuchungen und Zahnbehandlungen sind durch den NHS abgedeckt.

Es gibt zusätzlich noch einen privaten Gesundheitssektor in England und manchmal wird dieser auch in Anspruch genommen, um den NHS bei nicht im Vertrag enthaltenen oder speziellen Behandlungen zu unterstützen. Der private Sektor ist jedoch noch immer zum größten Teil unbeteiligt und die Bevölkerung wünscht auch, dass dies so bleibt.

Wie ist der NHS organisiert?

Der NHS ist unterteilt in primäre und sekundäre Behandlung, beide Teile haben ihren eigenen Fond, der bei Behandlungen auf dem jeweiligen Level Unterstützung bietet. Es gibt zwei unterschiedliche Arten im NHS: Der Übergabefond oder commissioning trust bietet Hilfe für die Bevölkerung, während der Anbieterfonds oder provider trust Hilfe für diejenigen bereitstellt, die den Service anbieten.

Die Fonds werden genutzt, um Angebote sowohl von privaten als auch von öffentlichen Praxen in Anspruch zu nehmen. Es gibt viele unterschiedliche Dinge, die diese Fonds abdecken, hier die meistgenutzten:

  • Allgemeinmedizin
  • Öffentliche Krankenpflege
  • Lokale Kliniken
  • Mentale Gesundheitsbehandlungen

Im Prinzip fließt das Geld immer dorthin, wo es gebraucht wird, um die Versorgung der englischen Bürger zu gewährleisten. Das meiste Geld des NHS geht an Krankenhäuser (da diese einen Großteil der Behandlungen leisten). Krankenhäuser können mit diesem Geld neue Gerätschaften kaufen und mehr Personal einstellen. Ärzte können einen Bedarf in ihrer Gemeinde feststellen und ebenfalls Geld aus dem Fond erhalten, um den Bedarf zu stillen. Kurz gesagt, der NHS besitzt diese Fonds, um wichtige Bedürfnisse zu stillen.

Wie man sich vorstellen kann, hat der NHS sehr viele Angestellte. Er ist das größte Gesundheitssystem in der Welt und der viertgrößte Arbeitgeber. Die chinesische People’s Liberation Army , Indian Railways und Walmart sind die  einzigen  Organisationen, welche noch mehr Menschen beschäftigen als der NHS. Es entstehen auch sehr viele Kosten durch die Administration des NHS, doch im Großen und Ganzen funktioniert das System gut.

Und was bedeutet dieses System für international Studierende?

Als internationaler Student kann man einige der Leistungen des NHS in Anspruch nehmen. Jedoch nicht alle – für manche Behandlungen muss man selbst aufkommen und manchmal muss man auch im Voraus zahlen, um eine Behandlung zu bekommen (außer es ist sehr dringend).

Besondere Regelung für Bürger des EEA mit einer EHIC. Wer ein Student aus der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft (EEA) ist, sollte auf jeden Fall seine Europäische Krankenversicherungskarte (EHIC) mitnehmen. Diese deckt einige der Beträge ab, die man ansonsten selbst zahlen müsste. Jedoch kann es aufgrund des anderen Systems in England in manchen Fällen vorkommen, dass man dennoch selbst zahlen muss. Die EHIC ist zudem keine Alternative für eine Reiseversicherung; es gibt einige sehr hohe Kosten (z.B. für Transport und Diebstahl) welche  von der EHIC nicht abgedeckt werden. Man sollte also vor der Abreise nach England beide Versicherungsarten abschließen.

Es gibt einige unterschiedliche Kategorien des NHS, welche man kennen sollte. Hier einige der Informationen die man beachten sollte.

Behandlung beim Allgemeinarzt. Um diesen Service in Anspruch nehmen zu können, muss man sich zunächst bei einem Allgemeinarzt (General Practitioner – GP) als Patient registrieren lassen. Wer nur für ein Semester (bis zu drei Monate) im Vereinten Königreich bleibt, kann sich auch als temporärer Patient eintragen lassen. Die Ärzte sind nicht verpflichtet, neue Patienten anzunehmen und es kann sein, dass man in einigen Praxen vorbeischauen muss, bis man eine findet, welche einen einträgt. Wer sich nicht registrieren kann, kann stattdessen in ein Zentrum für Allgemeinmedizin gehen, welche normalerweise 365 Tage im Jahr und länger als die regulären Öffnungszeiten geöffnet haben. Viele allgemeinärztliche Behandlungen der NHS Allgemeinärzte sind kostenfrei, auch wenn man ein Bürger eines anderen Landes ist. Wer einen Allgemeinmediziner oder ein Zentrum sucht, kann über den NHS gezielt suchen.

Krankenhäuser: Hier kann es vorkommen, dass die Leistungen, welche man als internationaler Student bekommt eingeschränkt sind und dass es verwirrend sein kann, was abgedeckt ist und was nicht. Krankenhausbehandlungen sind für englische Staatsbürger kostenlos. Es gibt auch Situationen, in denen ein internationaler Student kostenfreie Behandlungen bekommen kann:

  • Jegliche Behandlung für sexuell übertragene Infektionen (STI’s)
  • Behandlungen für die meisten Infektionen und ansteckenden Krankheiten.
  • Unfall und Notfallbehandlungen.
  • Behandlung kleinerer Verletzungen.
  • Notfallbehandlungen in so genannten “walk-in” Kliniken.
  • Verpflichtende psychische Behandlung.
  • Behandlungen, welche durch Gerichtsbeschlüsse angeordnet wurden.
  • Familienplanung (nicht jedoch Abtreibung und Mutterschaftsbehandlung.

Es ist also möglich, kostenfreie ärztliche Behandlungen zu bekommen, jedoch kommt es hier auf die eigenen Dokumente und Unterlagen an. Wer für eine längere Zeit in England lebt (zum Beispiel für das gesamte Studium) kann noch mehr kostenfreie Behandlungen bekommen, als nur die oben genannten. Wer mindestens sechs Monate in England bleibt und/ oder für einen englischen Arbeitgeber arbeitet, kann ebenfalls kostenfreie ärztliche Behandlungen bekommen. Um die Freistellung zu bekommen, sollte man immer seine Papiere dabei haben, um beweisen zu können, dass man für mehr als sechs Monate im Land ist (Mietvertrag, Visum, Reisepass, etc.)

Wer für eine längere Zeit im Krankenhaus bleiben muss oder eine besondere Behandlung benötigt, muss eventuell noch einen Teil selbst zahlen. Das wird zwischen Krankenhaus und Patient bei der Aufnahme ausgemacht. Wer nicht zahlt, kann später Probleme bei der Einreise bekommen (es kann einem zum Beispiel das Visum verweigert werden). Man sollte als so schnell wie möglich zahlen, um auf der sicheren Seite zu sein.

Zu Beginn klingt das ganze System etwas verwirrend, doch wenn man einmal eingelesen ist, ist es nicht mehr so schlimm. Wer Probleme damit hat, sich durch die abgedeckten und nicht abgedeckten Leistungen des NHS zu arbeiten, kann die allgemeine Homepage des NHS nhs.uk besuchen oder auch die England-spezifische Seite england.nhs.uk . Man kann auch einige spezielle Bestimmungen auf der Seite der Regierung des Vereinten Königreichs nachschauen.

Notfallinformationen

Jedes Land hat seine eigene Notrufnummer und England ist da keine Ausnahme. Die Notfallrufnummer im gesamten Vereinten Königreich ist 999. Wer sich in einem anderen Land der Europäischen Union befindet kann außerdem die 112 wählen (funktioniert auch im Vereinten Königreich). Es gibt duzende gute Krankenhäuser in England, welche einem die Behandlung geben können, die man im Notfall braucht.

Das Englische Gesundheitssystem und der NHS sind nicht ungewöhnlich schwer zu verstehen, doch es kann einige Zeit brauchen, um herauszufinden, welche Ansprüche man als internationaler Student hat. Egal für welche Versicherung man sich entscheidet, man sollte immer genug Geld für gesundheitliche Kosten einplanen, nur für den Fall. Das akademische Auslandsamt der Universität kann  einem ebenfalls genaue Informationen geben, welche Leistungen man in Anspruch nehmen kann und welche nicht.

Weitere informationen:

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